Walk Act Kostüm Making of U Remote Jörg Stegmüller

Ich habe es schon im Artikel über den U-Remote Roboter Walk Act für Weidmüller angekündigt, dass es ein Interview mit dem Kostümbauer Jörg Steegmüller geben wird. Heut ist es nun soweit. Einer der begnadensten Künstler für Requisiten, Walk Act Kostüme und animatronische Aparaturen gibt heut Einblicke in seine Werkstatt im beschaulichen Ostfildern. Exklusiv für Weidmüller hat er den U-Remote Roboter als Walk Act Kostüm nachgebaut, dass von uns bespielt wurde. Wie er an die Sache herangegangen ist, verrät in diesem Interview.

Wie war Deine erste Herangehensweise, um den Roboter aus dem Video nachzubilden?

Jörg Steeegmüller: Da wir diesmal sogar 3D Daten als Vorlage zur Verfügung hatten, beschloss ich die Umsetzung nicht im klassischen und altbewärten Bildhauerstil, sondern im sogenannten Pepakura-Verfahren umzusetzten. Hierbei erhält man aus den Computerdaten riesige Papierbögen, die man ausschneidet und so zusammenklebt, dass sich das Volumen bildet. Mein Plan war es diese Papiergebilde mit Kunstharz auszugießen und nachzubearbeiten.

Die Beine werden modelliert

Die Beine werden modelliert

Erste Modelle entstehen

Erste Modelle entstehen

Liebe zum Detail

Liebe zum Detail

Spachteln und Schmirgeln

Spachteln und Schmirgeln

Der Fuß wird aus Gummi hergestellt

Der Fuß wird aus Gummi hergestellt

Der Oberkörper wird bearbeitet

Der Oberkörper wird bearbeitet

Fertige Teile warten auf den letzten Schliff

Fertige Teile warten auf den letzten Schliff

Hände im Test

Hände im Test

Jörg Stegmüller spendiert noch ein Ersatzpaar an Händen

Jörg Steegmüller spendiert noch ein Ersatzpaar an Händen

Testformen für den Kopf

Testformen für den Kopf

Helm mit Farbe

Helm mit Farbe

Wie ging es dann weiter? Wie sehen die klassischen Arbeitsschritte für so ein Projekt aus?

Jörg Steegmüller: Nach einer Woche Papierbögen kleben beschloß ich diese Methode schweren Herzens einzustellen. Ich teilte meinem Team mit damit aufzuhören um den Zeitplan von 4 Wochen einzuhalten.

So begann ich mit Gips und Hartschaumblöcken die Einzelteile auf meine vertraute, altbewährte Bildhauerweise anhand den erhaltenen Maßangaben zu gestalten, so wie ich es gleich hätte tun sollen. Nach einem Tag war bereits der Bauchbereich modelliert und so ging es weiter.

Zwischendurch bist Du (Stefan Wabner) dann aus Berlin angereist und wir konnten die Teile an Dir anpassen. Danach erstellten wir von allen Teilen professionelle Formen. Das hat alles sehr gut funktioniert.

Anprobetermin in Ostfildern

Anprobetermin in Ostfildern

Anpassung und Änderung für den Performer

Anpassung und Änderung für den Performer

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und bin in eins von Jörg Stegmüllers Storm Trooper Kostümen geschlüpft

Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und bin in eins von Jörg Stegmüllers Storm Trooper Kostümen geschlüpft

Finale Anrpobe: Auch der Rocco ist zufrieden

Finale Anprobe: Auch der Rocco ist zufrieden

Der U-Remote Roboter

Der U-Remote Roboter im Einsatz

Welche Materialien hast Du verwendet?

Jörg Steegmüller: Den Grundaufbau habe ich aus Gips und Hartschaum gemacht, aber auch aus Resin, Epoxy und Glasfaserspachtelmasse. Das Endprodukt ist aus zwei Materialien: Füße und Bauch sind aus flexiblem Polyurethan, einer Art unverwüstlichem Gummi. Die restlichen Teile sind aus glasfaserverstärktem Kunststoff produziert.

In jedem Arbeitsschritt achtete mein Team und ich immer sehr darauf, dass das Kostüm so leicht und komfortabel wie möglich ist.

Du hast verschiedenen Materialien benutzt. Was muss man bei den Farben beachten?

Jörg Steegmüller: In erster Linie dass sie abriebfest sind. Wir haben 2-K Autolack genommen und die Teile selber schwarz grundeingefärbt.

Was war die Größte Herausforderung an diesem Projekt?

Jörg Stegmüller: Es in der kurzen Zeit fertig zu bekommen, so dass alles funktioniert. Der Bau eines solches Kostüms birgt ein Universum an Aufgaben in sich. Aufhängungen, Unsichtbare Einstiege, raffinierte Verschlüsse und der gleichen.

Wichtig dabei ist mir immer, dass ich am Ende die Illusion eines echten, funktionierenden Roboters erhalte, der elegant und nicht klobig wirkt. Er soll davon ablenken, dass ein Mensch darinnen sein könnte.

Das Walk Act Kostüm muss glaubhaft aussehen und trotzdem die größtmögliche Bewegungsfreiheit und Tragekompfort bieten. Zu guter letzt ist es auch sehr wichtig, dass man das Kostüm so leicht wie möglich an- und ausziehen kann.

Wie viele Arbeitsstunden stecken in dem U-Remote Walking Act Kostüm?

Jörg Steegmüller: Das kann ich schwer sagen. Wir waren ein 6er Team. Manchmal auch mehr und haben 5 Wochen täglich ohne Wochenenden und teilweise bis in die frühen Morgenstunden am U-Remote Roboterkostüm gearbeitet.

Was hast Du als Nächstes vor?

Jörg Steegmüller: Als nächstes baue ich riesige sich bewegende Insekten für einen sehr großen Freizeitpark in Rust.

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Vielen Dank für das interessante Interview. Wenn auch ihr nach Maskottchen oder Walkact Kostümen sucht, die individuell hergestellt werden sollen, dann wendet Euch vertrauensvoll an Jörg. Hier ist seine Website.

Nach wie vor könnt Ihr mit mir in Kontakt treten, wenn ihr die passenden Performer für Eure Walkacts benötigt. Neben unserem eigenene Act „Maschinenmenschen“ spielen wir Body Doubles für verschiedene Charaktere in Film Produktionen und Events. Schreibt mir einfach eine Mail an stefan@pantomime-popkultur.de