Laut ist es, wenn man die Karl-Marx-Straße entlang geht. Feierabend-Verkehrsstau, genervtes Hupen, dröhnende Baustellen, Geruch von Shisha und Döner. Und plötzlich ist man ganz weit weg: In einem Hinterhof befindet sich die Rue Bunte mit verwunschenem Garten, Holunder, Erdbeeren, Efeu, Baumhaus und Hollywoodschaukel.

Im Theater zeigt Mime Minimale „Bewegte Architektur – auf der Schnittstelle von Pantomime & Architektur“. Und obwohl allein bei diesem Festival 600 Veranstaltungen statt finden, reichen die drei Vorstellungen von voll bis knallvoll.

Im Mai veranstalteten wir, Shivani Shankar Chakraborty und Selina Senti, offene Ateliers, zu denen Leute aus den Bereichen Artistik, Illustration, Tanz, Pantomime und Architektur eingeladen wurden zum Mitforschen.

Das Ergebnis zeigten wir anlässlich dieses Festivals mit Christine Thevissen, Max Toulch, Janna Weber und Gabriela Schwab.

 

Inspiriert fürs Projekt hatten Shivani Chakraborty ursprünglich die Hände von Architekten, die ein Gebäude beschreiben. Durch die Hände wurde das Projekt lebendig, bekam Bewegung, Ausdruck, die Richtungen, Nischen und Weiten wurden klarer.

Das war das, wonach wir suchten: Bilder von Gebäuden wirken flach. Wie können wir durch die Bewegung von Darstellern die Dynamik und Wirkung  eines Gebäudes vermitteln?

Wie bringen wir das 2D ins 3D?

 

Ein Auszug unserer Ideen:

Zwei Darsteller bewegen sich, Shivani zeichnet den Ausdruck und den Raum, der sich zwischen den Darstellern aufspannt, hält ihn fest. Das Gezeichnete wird unmittelbar an die Wand und auf die Darsteller projiziert.

In einem zweiten Schritt ging es darum, das nun Gezeichnete wiederum in den Raum zu bringen.

 

Bei einer anderen Konzept wurde ein Bild eines Gebäudes oder ein Innenraumbild auf uns projiziert und wir versetzten den Raum in Bewegung, machten das Bild räumlich, zeigten Dynamik und Wirkung.

Ein auf uns projiziertes Raster machte das Räumliche und die Veränderungen wahnsinnig plastisch, da das Raster je nachdem größer oder kleiner auf uns war, der Raum viele Dimensionen bekam.

Viele der Gäste verweilten noch lange im Garten der Rue Bunte, schaute die dazugehörige Ausstellung an, nahm ein Bad im dampfenden Waschzuber oder gönnte sich einen Drink an der Absinthbar.

 

Dies war der Anfang des Projekts, wir forschen weiter und freuen uns über Austausch mit Interessierten. Bitte melden Sie sich.

Wir danken herzlich Allen, die zu den Vorstellungen kamen und uns ihre Gedanken und Ideen mitteilten.

Herzlichen Dank der Rue Bunte und dem Theaterhaus Berlin Mitte, ohne die dieses Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Unser besonderer Dank und Respekt gilt all jenen, die mit uns in einem tropisch heißen Raum forschten, spielten, geduldig waren und ihre Ideen und Bewegungen einfließen ließen.

Bilder: Ronald Spratte und Mauricio Veloso