Status ist immer, überall und muss ständig neu verhandelt werden. Wir bewegen uns pausenlos in Situationen, in denen wir eine Rolle und damit eine Position in der Gruppenhierarchie einnehmen. In dem Buch Status-Spiele stellen die beiden Autoren Tom Schmitt und Michael Esser Status als Spiel dar. Sie erklären die Regeln des Spiels und schaffen so die Grundlagen, um es gezielt zu spielen.

Die Autoren stellen vier verschiedene Spielfiguren vor. Jede Figur steht für eine Rolle in einer Situation. Jede hat seine Berechtigung kann gezielt inszeniert werden. Durch den schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Typen kann die eigene Absicht geschickt durchgesetzt werden. Lassen wir die Figuren ein kurzes Plädoyer für sich sprechen:

Der Charismatiker

“Schön, dass Sie da sind. Hatten wir nicht letzte Woche schonmal das Vergnügen? Ich verstehe vollkommen, dass Sie eine leichte Tendenz zu einem anderen Status-Typen haben. Ich bin mir jedoch sicher, dass Sie mit Ihrer Erfahrung sicherlich auf kurz oder lang auf meinen Typus umschwenken werden.”

Der Macher

“Ich kenne Sie nicht und Sie wollen etwas von mir wissen?!? So geht das aber nicht. Ich gebe keine Informationen von mir preis und wenn Sie eine weitere Frage stellen, wird es für Sie nicht gut aussehen. Jetzt zurück an die Arbeit.”

Der Teamplayer

“Entschuldigung, ich will Ihre Zeit gar nicht lange in Anspruch nehmen. Ich würde Ihnen gerne einen Kaffee holen, jedoch steht in meinem Arbeitsvertrag, dass dies nicht meine Pflicht ist. Ich werde aber auf jeden Fall nochmals nachfragen. Ach wissen Sie was, ich hol Ihnen einfach schnell heimlich einen.”

Der Arrogante

“Unverschämtheit, mich hier einfach so in das Rampenlicht zu stellen! Ich habe keinerlei Interesse hier in irgendeiner Weise teilzunehmen. Also, schreiben Sie mit! Meine Interessen sind dicke Autos fahren und Menschen niedermähen. Jetzt aber endlich raus hier.”

Der Charismatiker hat ein starkes eigenes Ziel und setzt dieses durch. Er verliert dabei jedoch keine Sympathiepunkte, da er mit geschickten rhetorischen Mitteln arbeitet. Manchmal ist es von Vorteil den Macher in den Vordergrund zu stellen. Wenn es die Situation zulässt, führt der autoritäre Typ zu einem schnellen Ergebnis – ohne große Diskussion. Das verschafft Respekt und es wird was geschafft. Jeder braucht mal etwas Ruhe und Zuwendung. Der Teamplayer versucht es allen recht zu machen. Er sammelt dabei Unterstützung, aber verliert Respekt. Seine Biegsamkeit ist kräfteschonend und lässt andere das Steuer übernehmen. Auf Dauer, wird er jedoch zum Mülleimer für ungeliebte Arbeiten. Der Arrogante ist ein merkwürdiger Typ. Menschen verfallen in diese Rolle, wenn Sie kein Ziel im Kopf haben, jedoch das Gefühl haben etwas beweisen zu müssen. Er weiß nicht was er will, aber beharrt dennoch auf seinem Recht. Es ist hilfreich diesen Typ zu erkennen, da man schnell ablesen kann, dass der Gegenüber nur an seinem Ego interessiert ist.

Die Autoren geben im Buch Status-Spiele eine kurzweilige Einführung in die täglichen Status-Spiele. Anhand einer einfachen Strukturierung erklären Sie worauf man in Beruf und Liebe achten sollte. Das Buch sensibilisiert den Leser für Status im Alltag und schärft den Blick, um das Spiel bewusst zu spielen. Die Autoren geben praktische Tipps und anschauliche Beispiele. Besonders die exemplarischen Dialoge in verschiedenen Situationen machen das Buch gleichermaßen lehrreich und unterhaltsam.

In einem Satz: Ein gutes Buch, dass ich jedem empfehlen kann der Situationen nicht nur passiv erleben, sondern aktive gestalltem möchte.

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Foto: vasantdave