Im Dezember 2010 haben auch Foolpool beim Busker- und Strassenkunstfestival “Street Show” Bangkok gespielt. Mit ihrem Walkact „Die Quassler“ haben sie den Lumpini Park Bangkok unsicher gemacht. Einer der Akteure ist Klemens Brysch. Der diplomierte Kulturwissenschaftler ist Dozent, Kameramann, Schauspieler und hat unter anderem im „Tatort“ mitgewirkt. Da sein Walkact weitestgehend stumm ist, habe ich Klemens mit in den Pantomime Steckbrief aufgenommen.

Wie bist Du zur Pantomime gekommen?

Ich würde mich nicht als Pantomimen bezeichnen – in manchen unserer Programme lediglich als Stumme Figur.
Zu den darstellenden Künsten kam ich schon im zarten Alter von 5 Jahren. Kinderspielgruppe. Dann diverse Schultheater. So richtig begonnen hat es mit 15. Da erfolgte der Einstieg in die Zirkuskünste via Jonglieren und Einradfahren. Parallel auch gleich als Gruppe zusammen mit Max Auerbach und Armin Nagel – damals noch unter dem Namen „begnackte Körper“. Diese Gruppe gibt es heute noch – allerdings mit zwei weiteren Spielern Patrik (Piko) Leins und Marcus Khashoukgi als Gruppe „Foolpool“.

Was bietest Du in Deinem Repertoire an?

In erster Linie bieten wir (foolpool) Shows an, die nach wie vor dem Circensischen entsprungen scheinen, aber auch sog. Walkacts, von denen einige als im weitesten Sinne „pantomimisch“ bezeichnet werden können. Unsere Figuren „Die Gentlemen“ sind zu cool zum sprechen, während die Figuren „Neandertaler“ und „Quassler“ sich der Grommolosprache bedienen.
Als EInzelperson biete ich – auf der Plattform mobilemedienmanufaktur.de ausserdem noch alle Dienstleistungen für (Bühnen-) Künstler an, die mit Film und Video zu tun haben. Da kann man bei belieben auch den Ton abdrehen ;-)

Was war Dein schönstes Erlebnis auf der Bühne?

Als nach einer Vorstellung eine Dame zu uns kam und meinte seit dem Tod ihres Mannes habe sie heute zum ersten Mal wieder herzlich gelacht.

Warum sollte jede Veranstaltung mindestens einen stummen Act haben?

Muss Sie das? – Ich finde jede Veranstaltung braucht einen Act und gern einen über den man auch nachdenken kann. Stumm muss er nicht sein.

Welche visuellen Künstler gefallen Dir am meisten?

Ich mag es gern archaisch und bewegt. Als Anfang der 90ger die erste Welle sog. Aktionstheater (Les Tambours du Bronx, La Fura dels Baus) wollte ich nur noch so …

Wenn ich jetzt so ins Nachdenken komme, muss ich alledings – auch im Hinblick auf die MobileMedienManufaktur sagen, dass ich im Jahr 1988 – als noch vor dem Mauerfall – mit der Schulklasse in Prag war und als theaterbegeisterter Mensch dort anstatt in die Kneipe zu preiswertem Bier tschechischem Bier und russischem Vodka in eine Vorstellung von „Laterna Magica“ geraten bin. Es war ein Stück über eine Zigeunerin in einem rot-weiss gestreiften Rock (in die ich dann sofort verliebt war) und die ständig aus dem Film, von der Leinwand herab in den Zuschauerraum kam. Dieser Crossover von damals noch richtigem Film – 16mm Zelluloid – und Live auf der Bühne hat mich schwer beeindruckt.


Wie kann man mit Dir am besten Kontakt aufnehmen?

Am liebsten per Mail kbrysch@freenet.de. Schaut auf denHomepage foolpool.de und mobilemedienmanufaktur.de vorbei.

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