Im ersten Teil aus “Die Entwicklung der Pantomime in der ehemaligen DDR” von Nadja Rothenburger & Selina Senti, 2010, ging es um die Einführung in die “Szene” und Gruppen. Dort finden sich auch alle DarstellerInnen einzeln aufgelistet. Die zweite Biografie beschäftigt sich nun mit Marcel Marceau. Man mag sich wundern, wieso wir Marcel Marceau in eine Arbeit über die ehemalige DDR aufnehmen. Das Geheimnis: Mitte der 50er Jahre erlebte Marcel Marceau seinen Karriere-Durchbruch im ehemaligen Ost-Berlin. Und nicht nur das: zahlreiche Menschen begeisterten sich nun für Pantomime wie z.B Eberhard Kube und Harald Seime, und wurden nun aktiv; der Funke war gesprungen. Fast könnte man sagen, dass es ohne Marcel Marceau keine Pantomime in der ehemaligen DDR gegeben hätte.

 

Marcel Marceau

Eckdaten

22.03.1923 Strassburg (D) – 22.09.2007 Paris (F)

Familiennamen „Mangel“

 

Ausbildung/Werdegang

1942 Unterricht in einem Kinderheim als Lehrer für Malerei und Theater

1946 Beginn der Schauspielausbildung an der Schauspielschule des Sarah-Bernhardt-Theater, Paris

 

Einflüsse/LehrerInnen

1946 Schüler von Charles Dullin und Etienne Decroux an der Schauspielschule des Sarah-Bernhardt-Theater

1951 Lernt Brecht in Berlin kennen, tief beeindruckt von seinem Stück „Mutter Courage“

1951 trifft Mary Wigman und ihr Ensemble in Berlin

Vorbilder: Buster Keaton und Charlie Chaplin

 

Zusammenarbeit

1946 Theatertruppe Renaud-Barrault: Engagement in der Rolle des Harlekins, in der Rolle des Pantomimen Baptiste

1951   Jean Soubeyran:  spielt viele Jahre in der „Compagnie de Mimes Marcel Marceau“, u.a. im „Mantel“ von Gogol

Dimitri: spielt in zwei seiner Mimodramen „Les matadors“ und „Le petit cirque“

1962 Samy Molcho, Ladislav Fialka: trifft beide am Mimefestival in Paris.

1986 sie arbeiten gemeinsam an der Fernsehproduktion „Ein langer, stiller Weg“ einer deutsch-tschechischen Co-Produktion über  die klassische Pantomime

 

 

Eigenes Werk

1947 erster Auftritt als „Bip“

1947 Reise nach Italien

1948 gründet die „Compagnie de Mime Marcel Marceau“; Gruppe besteht bis 1964

1951 zweimonatiges Gastspiel in Berlin

1955 erste, sechsmonatige USA-Tournée

ab 1960 immer wieder Soloauftritte im Fernsehen

1969 wird Ballettdirektor an der Hamburgischen Staatsoper

1978  Eröffnung der „École internationale de Mimodrame, Marcel Marceau“ in Paris (Pantomime, mime corporel dramatique, Schauspiel, Tanz, Fechten)

1993  gründet die Gruppe „Nouvelle Compagnie de Mimodrame“ (mit den besten Absolventen der Schule)

bis 2005  immer wieder Tournéen

 

 

Bücher (Auszug)

1961 Die Weltkunst der Pantomime, Zürich

1976 Die Geschichte von Bip, München

Pimporello

 

Inzenierungen (Auszug)

1951, 1993, Gogol: Der Mantel, Paris

1995, Un soir à l’Eden, Paris

1997, Le Chapeau Melon ou L’Extraordinaire Odyssée de Jonathan Bowler, München