Im ersten Teil aus “Die Entwicklung der Pantomime in der ehemaligen DDR” von Nadja Rothenburger & Selina Senti, 2010, ging es um die Einführung in die “Szene” und Gruppen. Dort finden sich auch alle DarstellerInnen einzeln aufgelistet. Die dritte Biografie beschäftigt sich nun mit Jean Soubeyran.

Jean Soubeyran

Eckdaten

03.01.1921 Paris (F) – 03.09.2000 Hannover (D)

1957 Übersiedlung nach Ost-Berlin auf eine Einladung von Brecht.

Verheiratet mit Brigitte Soubeyran, Theaterregisseurin, Pantomimelehrerin, Choreographin, Bewegungsregisseurin am Berliner Ensemble, inszeniert bis

1979 am Deutschen Theater Berlin, dann am Theater in Chemnitz.

Ein gemeinsamer Sohn: Manuel Soubeyrand, zur Zeit Intendant der Württembergischen Landesbühnen Esslingen.

Ein zweites Mal verheiratet mit Ellen Soubeyran, geborene Dorn. Sie ist ebenfalls Pantomimin und zeitweise Mitglied im Ensemble Soubeyrans.


Ausbildung/Werdegang

1943 – 1944 Schauspielstudium bei Charles Dullin und Unterricht in Mime corporel dramatique bei Etienne Decroux am Théâtre Sarah Bernhardt.

Ab 1944 Unterrichtstätigkeit, Gründung des eigenen Ensembles.

1945/46 spielt er unter der Regie von Jean-Louis Barrault an der „Comédie Française“ in einem Mimodrame.

Ab da mehrere Jahre Mitglied in der „Compagnie de Mimes Marcel Marceau 1951 z. B. in „Der Mantel“ von Gogol.

Ab 1950 Vorträge über „modernes Theater und die Pantomime“

1956 Ausgedehnte Gastspielreise, u.a. durch die DDR, erste Begegnung mit Brecht.

Erstmaliger Unterricht an einer Schauspielschule im Fach Pantomime am Folkwang-Institut in Essen, daraus wird sich später ein eigener Studiengang für Mime/Pantomime entwickeln.

1957 inszeniert er am Berliner Ensemble das Pestbild/Fasnachtsszene in „Leben des Galilei“ von Brecht und ist ausserdem für das Schauspielertraining zuständig. Unterricht in der DDR.

1959 – 1961 Mitarbeit in der Komischen Oper, Berlin unter Walter Felsenstein.

seit 1960 Mitarbeit an Inszenierungen in Hannover, Wuppertal u.a.

1961 Bau der Mauer, Rückkehr in die Bundesrepublik, Gründung eines neuen, eigenen Ensembles in Essen.

1966 Pantomimefestival „Tage der Pantomime“, Essen.

Ab 1968 Pantomimeregisseur und Choreograf an den Wuppertaler Bühnen.

1972 Professor in der Abteilung Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater, Hannover.

1986 Geht er in Pension, arbeitet aber noch bis zu seinem Tod in zahlreichen freien Theaterproduktionen mit.

 

Einflüsse/Lehrerinnen

Charles Dullin, Etienne Decroux, Marcel Marceau

 

Zusammenarbeit

Jean-Louis Barrault, Marcel Marceau, Bertold Brecht (Berliner Ensemble), Walter Felsenstein (Komische Oper)

 

Eigenes Werk

„Bilder unserer Zeit“, Dortmund 1950

Eigene Sendung des Ensembles im niederländischen TV-Sender VPRO, 1955

„Die Maske des Roten Todes“ von Edgar Allen Poe, Hannover 1982

 

Inszenierungen in Zusammenarbeit mit anderen (Auszug)

„Das Leben des Galilei“, Berlin, unter der Regie von B. Brecht, 1957

„Reise um die Erde in 80 Tagen“, Wuppertal, unter der Regie von Pavel Kohout, 1964

„Zufällig eine Frau: Elisabeth“, von Dario Fo, mit Carlos Trafic und Rolf Johannsmeier, Kassel 1985

 

Filmarbeiten (Auszug)

„ Blaue Blume“, 1955

„Das Stacheltier“, 1958

„Peter und der Wolf“, 1963

„Flüchtig“, 1993

 

Buch (Auszug)

Die wortlose Sprache, Lehrbuch der Pantomime, 1963 (aus dem französischen

übertragen von Ellen Dorn)