Im ersten Teil aus „Die Entwicklung der Pantomime in der ehemaligen DDR“ von Nadja Rothenburger & Selina Senti, 2010, ging es um die Einführung in die „Szene“ und Gruppen. Dort finden sich auch alle DarstellerInnen einzeln aufgelistet. Die erste Biografie beschäftigt sich nun mit Etienne Decroux, der zeitlebens am körperlichen Ausdruck forschte, der einen Weg suchte, Gefühle ohne Mimik zu äussern. In unserer Arbeit erscheint er, weil er durchaus ein Vater der Pantomime war, seine Technik sich überall findet.


Etienne Decroux
Eckdaten
19.07.1898 Paris (F) – 12.03.1991 Boulogne-Billancourt (F)
Sohn Edouard (Rufname: Maximilien)

Verlässt die Grundschule mit 12, beginnt eine Metzgerlehre. Abbruch wegen des 1. Weltkrieges, danach lebt er von diversen Arbeiten handwerklicher Art.

Ausbildung/Werdegang

1923 Sprech- und Rhetorikausbildung an der École du Vieux-Colombier, Maskenspiel bei Suzanne Bing

1926-1934 arbeitet unter der Leitung von Charles Dullin als Schauspieler am Théâtre de l’Atelier

1931 inszeniert er mit Jean-Louis Barrault an der Comédie Française.

Entwicklung der Technik: „Mime corporel dramatique“

1931 erster veröffentlichter Aufsatz über das Studium des Körperausdrucks für Schauspieler (Aufteilung des Körpers in Bewegungssegmente, Contrepoids und Points fixes, gehen auf der Stelle u.a.).

ca.1938/39 Gründung seiner eigenen Pantomimenschule in Paris

1944-1947 intensive Zusammenarbeit mit Marcel Marceau

 

Einflüsse/LehrerInnen

Jacques Copeau, Charles Dullin

 

Zusammenarbeit

Jean-Louis Barrault, AntoninArtaud, Marcel Marceau, Eliane Guyon, Janine Grillon, Maximilien Decroux, Gordon Craig

 

Eigenes Werk

Entwicklung der Technik „Mime corporel dramatique“

1931 erstes Stück mit der neuen Technik „La vie primitive“

ab 1940 Auftritte mit eigenen Sketchen

1941 Gründung seiner eigenen Truppe

1943 unterrichtet Pantomime am Théâtre Sarah Bernhardt und inszeniert mit Jean-Louis Barrault an der Comédie Française

1947-1951Tourneen und Aufträge als Dozent in Europa, anschließend Engagement am Cabaret Fontaine des Quatres Saisons

1953/54 unterrichtet an der Schule des Piccolo Teatro in Mailand

1954-1956 Professur für Pantomime am Choreografischen Institut (der heutigen Tanzhochschule) in Stockholm

1962 Rückkehr von den USA nach Paris, Eröffnung seiner Schule in Boulogne-Billancourt

1963 Erscheinung des Buches „Paroles sur le mime“

Unterrichtstätigkeit im Keller seines Hauses in Paris

1987 Ende der Unterrichtstätigkeit

 

Buch (Auszug)

1963 Paroles sur le Mime, Paris (nicht auf deutsch erschienen wegen seiner starken Ressentiments vom 2. Weltkrieg her, was Deutschland betraf)

 

Film

1945 „Les enfants du paradis“